Über die Shan

Obgleich der Shan Staat geographisch betrachtet zu Burma gehört, unterscheiden sich die Shan im Hinblick auf ihre Abstammung und Sprache von den anderen Bevölkerungsgruppen in diesem Land. So stammen beispielsweise die Mon und die Burmesen von Bevölkerungsgruppen ab, die einst aus der tibetischen Hochebene eingewandert waren, während die Shan - d.h. die heutigen Tai - und Laoten von den Tai abstammen. Die Tai waren eine Bevölkerungsgruppe aus der unabhängigen Provinz Yunnan in Süd-West-China, zu der Zeit, als einige der heutigen chinesischen Provinzen noch als politisch eigenständige und vom chinesischen Kernland unabhängige Gebiete existierten.

Die Shan machen etwa 10 bis 15 Prozent der Gesamtbevölkerung Burmas aus, wobei die Mehrzahl von ihnen in der Shan Hochebene im östlichen Teil von Burma lebt. In ihrer Landessprache bezeichnen sich die Shan selbst als Tai oder Tai Long und ihre Heimat als Mong Tai (anstatt Shan State).

Der etymologische Ursprung des Namens “Shan” ist nicht eindeutig zu bestimmen, wurde aber bereits von einigen Wissenschaftlern untersucht. Eine der dabei entstandenen Hypothesen besagt, der Name “Shan” leite sich - so wie auch “Siam” und “Assam” - von dem Wort “Sian” (auch: Hsian, Sein) her: der Bezeichnung für die Angehörigen eines oder mehrerer Gebirgsstämme, die im 6. Jh. von Yunnan her eingewandert waren. Einer anderen Theorie zufolge erhielten die Shan ihren Namen in Anlehnung an die “Gewaltigen Shan”, nämlich die großen Gebirgsketten Chinas, in denen sie ursprünglich zu Hause waren. Eine dritte Theorie geht davon aus, dass “Shan” aus dem Wort “Syam” hervorging, der Bezeichnung für die Kshatriya (Krieger) des Khmer-Reiches in der frühen Tai-Geschichte. In jedem Fall werden die Tai von sämtlichen Angehörigen der Mon-Khmer-Sprachfamilie entweder “Shan”, “Shen”, “Sham” oder “Syam” genannt. Sämtliche sprachwissenschaftlichen Theorien sind sich aber einig, dass die Namen Shan und Tai dieselbe Bevölkerungsgruppe bezeichnen.

IDPs: Refugees in Shan State, Burma

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