Geschichte der Shan
Ein chronologischer Überblick der wichtigsten historischen Ereignisse
650 – 1253:
Blütezeit des TAI Königreiches („Tai-Hok-Mueng“ oder „Die 6 Vereinigten Tai Staaten“) in der heutigen Provinz Yunnan/China bis zum Einmarsch Kublai Khans.
ab 8. Jahrhundert:
Gruppen von Tai beginnen im heutigen Burma („Tai Long“ oder auch „Tai Yai“), Assam/Indien („Tai Ahom“ mit dem Ahom Königreich von 1228 - 1838), Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam („Dai Dam“ oder „Schwarze Tai“) und innerhalb Chinas außerdem in Sichuan („Dai“) und auf der Insel Hainan zu siedeln.
12. Jahrhundert:
Die zweite Welle von Tai verbreitet sich über die o. g. Länder Südostasiens. Gruppen von Tai treiben Handel mit Khmer Armeen im heutigen Kambodscha und werden von diesen „Syam“ genannt (abgeleitet vom Sanskrit „Syama“, was „golden“ bedeutet und sich auf die Hautfarbe dieser Gruppe von Tai bezog).
Der Name „Syam“ wurde in Burma zu „Shan“. Diese nennen sich selbst jedoch bis heute „Tai“ bzw. „Tai Long“ (große Tai) oder „Tai Yai“ (ältere Tai“) oder „Dai“. Shan Staat wird von ihnen selbst „Mong Tai“ genannt.
10-13. Jahrhundert:
Blütezeit des Königreiches Pagan im heutigen Burma.
10.- 15. Jahrhundert:
Blütezeit des Tai Königreichs der Nam-Mao-Long-Dynasty im Norden des heutigen Shan Staates, das den Angriffen der Mongolen unter Kublai Khan standhält, weite Teile im Norden des heutigen Burma kontrolliert und die historischen Staaten Pinya, Ava und Sagaing begründet, sich zugleich aber kulturell immer weiter ihrem Herrschaftsbereich angleichen und sich damit von ihren Tai Brüdern auf dem Plateau des heutigen Shan Staates im Osten Burmas entfernen.
1555:
Die burmesische Toungoo-Dynastie übernimmt die Macht im Norden Burmas.
1604:
Der letzte Tai König stirbt und das Gebiet der Tai Long im heutigen Shan Staat, aufgeteilt in 34 unterschiedlich große und mächtige Fürstentümer, wird fortan von Prinzen regiert. Die Tai Long bzw. Shan bleiben weitgehend unter sich und bewahren auf diese Weise ihre Jahrhunderte alte Kultur.
1885:
Die Briten entthronen den (burmesischen) König von Mandalay und erklären Burma zur Provinz des Britisch-Indischen Empire. Sie erklären die vielen verschiedenen Volksgruppen und ihre Territorien erstmals zu einem einzigen Staat.
1887:
Die Shan Prinzen unterwerfen sich der britischen Herrschaft, bekommen aber, wie die anderen großen ethnischen Volksgruppen, mehr Autonomie zugestanden als die Burmesen.
1931:
Nach einem gescheiterten Aufstand gegen die Briten entwickelt sich erstmals so etwas wie Nationalbewusstsein in ganz Burma.
Die Shan Prinzen reisen nach London, um über eine mögliche Unabhängigkeit Burmas von Großbritannien zu verhandeln.
1942:
Burma wird von Japan besetzt.
1945:
Nach schweren Bombeangriffen durch die britischen Streitkräfte ziehen sich die Japaner aus Burma zurück
Die Briten übernehmen erneut die Macht, verhandeln aber über Burmas Unabhängigkeit.
1947:
Zusammenschluss aller Shan Fürstentümer zu einem Staat, Shan Staat, mit seiner eigenen Flagge und Nationalhymne unter der Präsidentschaft von Saopha (Prinz) Shwe Taike von Yawnghwe.
Unterzeichnung des Panglong-Abkommens in Shan Staat, das von ethnischen Führern unter Leitung von Saopha Shwe Taike von Yawnghwe aufgesetzt wurde und die Grundlage der zukünftigen Union Burma bildete. Es sicherte den 7 ethnischen Randstaaten Burmas innere Autonomie, eine eigene Regierung sowie das Recht zu, die Union auf Wunsch nach 10 Jahren verlassen zu können.
Ermordung von Aung San, dem Vater der burmesischen Unabhängigkeit und der einzigen einigenden Kraft in diesem Vielvölkerstaat.
1948:
Burma wird unabhängig. Thakin Nu (später U Nu) wird erster Premierminister, Saopha Shwe Taike von Yawnghwe wird erster Präsident der föderativen demokratischen Union Burma.
Burma wird 58. Mitglied der Vereinten Nationen.
Erste Rebellenaufstände ethnischer Separatisten (Karen und Kachin).
1949:
Chinesische Revolution: Armeeeinheiten der besiegten Kuomintang suchen Zuflucht in Shan Staat.
1952:
Nach einem offiziellen Protest der kommunistischen Regierung Chinas gegen die Anwesenheit von Kuomintang-Einheiten in Shan Staat wird das Kriegsrecht über 22 von 33 Shan Provinzen verhängt. Die Kuomintang Truppen bleiben weitgehend unbehelligt während die Shan von der burmesischen Armee unter dem Kommando General Ne Wins zunehmend unterdrückt werden und Shan Staat wirtschaftlich ausgebeutet wird.
1958:
Gründung der ersten Shan Rebellenarmee (21.05. wird seitdem begangen als Shan Unabhängigkeitstag).
General Ne Win ernennt sich zum Premierminister und übernimmt die Macht im Parlament.
1960:
General Ne Win erlaubt freie Wahlen und tritt zurück; U Nu wird erneut Premierminister.
1961
:Saopha Shwe Taike leitet Verhandlungen über konstitutionelle Reformen.
1962:
General Ne Win übernimmt endgültig die Macht, verwandelt Burma in eine sozialistische Militärdiktatur und schließt das Land von der Außenwelt ab. Saopha Shwe Taike stirbt wie so viele führende demokratische Politiker des Landes im Gefängnis.
1964:
Gründung der Shan Widerstandsbewegung unter Leitung der Shan State Army (SSA).
1984:
Khun Sa aus Kokang im Norden Shan Staats, ein berüchtigter Opiumhändler und Kriegsfürst, übernimmt die Kontrolle über die Shan Widerstandsbewegung.
1988:
Landesweiter Aufstand gegen die Militärregierung, der brutal niedergeschlagen wird. General Ne Win tritt zurück; die neue Militärregierung nennt sich State Law and Restoration Council (SLORC).
1989:
Burma wird in Union von Myanmar umbenannt.
1990
:Erste freie Wahlen in Burma: Die National League for Democracy unter Führung von Aung San Suu Kyi (Tochter des Aung San) gewinnt die Wahlen haushoch, doch das Ergebnis wird von der Junta nicht anerkannt, Aung San Suu Kyi unter Hausarrest gestellt.
1991
:Verleihung des Friedensnobelpreises an Aung San Suu Kyi.
1996:
Zwangsumsiedlungskampagne im zentralen Shan Staat durch die burmesische Armee (Bis 1997 werden über 300.000 Shan umgesiedelt, wird ihr Besitz beschlagnahmt und sie selbst Opfer willkürlicher Folter, Hinrichtungen und Vergewaltigungen.)
Khun Sa ergibt sich der burmesischen Militärregierung und beginnt seine Handelsgeschäfte zu einem der größten Geschäftsimperien in Burma auszubauen.
1997:
SLORC gibt sich den Namen State Peace and Development Council (SPDC).
1999:
Weitere 48.000 Shan im Süden von Shan Staat werden enteignet und zwangsvertrieben. Ihr Land wird umgesiedelten regimetreuen Wa aus dem Norden von Shan Staat übergeben, die den Anbau von Opium sowie dessen Raffinierung zu Heroin ausweiten.