Neuer Report der Nachrichtenagentur SHAN wirft ein Schlaglicht auf die Drogenpolitik Burmas

Aus Anlass des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel veröffentlichte die Nachrichtenagentur “Shan Herald Agency for News” (SHAN) einen Report mit dem Namen “Shan Drug Watch Newsletter”. Shan wird von Journalisten und Menschenrechtlichern im thailändsichen Exil getragen. In mehreren ausführlichen und detailreich belegten Artikeln deckt der Report den unvermindert weit verbreiteten Opiumanbau in den Gebieten des Shan Staats, die unter der Kontrolle der burmesischen Armee oder ihrer verbündeten Milizen sind, auf. Die gegenwärtige Drogenpolitik Burmas wird als völlig verfehlt und verlogen kritisiert. Sie trage nicht zur Lösung des Problems bei, sondern verschärfe es vielmehr.

Einer der Hauptbeiträge des Reports zeichnet ein düsteres Bild von der Situation in der nördlichen Wa-Region. Die Wa sind eine ethnische Minderheit Burmas, die einen zerbrechlichen Waffenstillstand mit der burmesischen Junta geschlossen hat und dafür gewisse Autonomierechte erhielt. Vor etwa zwei Jahren erließ die Wa-Führung unter internationalem Druck ein Verbot des Opiumanbaus. Während in den südlichen Wa-Siedlungsgebieten dieser Erlass kaum befolgt wurde, ist er verschieden Berichten zufolge im nördlichen Gebiet tatsächlich durchgesetzt worden. Die Folge für die ehemaligen Opiumbauern waren Hunger und zunehmende Verelendung, vielfältige soziale Probleme und der Zwang, in andere Gegenden abzuwandern.

Weitere Artikel widerlegen die Daten des UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime) Reports von 2006 über den Opiumanbau in Burma. Sie zeigen, dass in sogenannten opiumfreien Distrikten unvermindert Opium angebaut wird und dass der Opiumanbau in Gebieten unter Kontrolle des burmesischen Militärs als einträgliches Geschäft gedeiht.

“Zu lange wurde die Debatte über die Drogenpolitik in Burma von den Generälen des Regimes und UNODC Beamten dominiert”, stellt SHAN im Editorial des Reports fest. “Wir wollen, dass eine breitere Öffentlichkeit in Burma und international in die Debatte einbezogen wird und endlich eine Politik in Frage stellt, die nicht nur völlig darin versagt, das Drogenproblem in Burma zu beseitigen, sondern auch noch katastrophale und inhumane Auswirkungen für die Gemeinden vor Ort mit sich bringt”

Der Bericht ist derzeit leider nur in englischer Sprache verfügbar. Eine deutsche Übersetzung ist in Arbeit.

Den ganzen Bericht lesen» [PDF-Datei, 1.2 MB]

IDPs: Refugees in Shan State, Burma

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