Rotes Kreuz muss ein weiteres Büro in Burma schließen

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) teilte am 19. Juni 2007 mit, es bereite sich darauf vor, Ende des Monats eine weiteres seiner wenigen noch verbliebenen Büros in Burma zu schließen.

Thierry Ribaux, stellvertretender Direktor des ICRC in Burma, gab bekannt, dass die Zeigniederlassung - ein so genanntes Field Office- in Taungyi, der Hauptstadt des Shan Staats von Burma, geschlossen werde. Erst im März 2007 waren die Schließungen der Büros in Keng Tung (ebenfalls im Shan Staat) und in Moulmein bekannt gegeben worden. Grund für die Schließungen sind die ständig zunehmenden Behinderungen und Einschränkungen der humanitären Aktivitäten des ICRC.

“Die Entscheidung des ICRC liegt auf einer Linie mit der seinerzeitigen Schließung der Büros in Keng Tung and Moulmein … denn wir sind nicht mehr in der Lage, unsere Aktivitäten in der Region durchzuführen und die Niederlassungen machen keinen Sinn mehr”, sagte Ribaux in einem Gespräch mit dem von Norwegen aus sendenden burmesischen Exilsender Democratic Voice of Burma.

Im Dezember 2005 stoppte das burmesische Militär die Genehmigungen für die außerordentlich wichtigen Gefangenenbesuche durch das ICRC und im Oktober 2006 verfügte das Regime, das sich “State Peace and Development Council” (Staatsrat für Frieden und Entwicklung) nennt, die zeitweilige Schließung aller Field Offices, in Taungyi, Moulmein, Hpa-an, Mandalay und Keng Tung.

Zwar wurde später die Wiedereröffnung dieser Niederlassungen erlaubt, aber viele der vor der Schließung noch genehmigten Aktivitäten durften jetzt nicht mehr fortgeführt werden. Das ICRC beklagte sich darüber, dass durch die immer werdenden schärferen Restriktionen viele seiner humanitären Aufgaben praktisch unmöglich gemacht würden.

Dennoch will das ICRC sich nicht vollständig aus Burma zurückzuziehen. Ribaux sagte, es gäbe gegenwärtig keine Pläne, die noch verbleibenden Niederlassungen in Rangoon, Mandalay und Hpa-an zu schließen.

Dennoch bleibt festzustellen, dass nunmehr in einem der Brennpunkte der humanitären Krise Burma, nämlich im Shan Staat, das Rote Kreuz nicht mehr präsent ist. Ohnehin war das strikt neutrale und unpolitische Rote Kreuz, das üblicherweise weltweit respektiert und geachtet wird, eine der ganz wenigen humanitären Organisationen, die noch im Burma arbeiten konnten.

Für die Bevölkerung gerade in den ethnischen Gebieten Burmas, die ganz besondern unter der Gewalt und Willkür der Militärjunta leiden muss, bedeutet diese Entwicklung eine weitere Verschlechterung ihrer Lage. Es kommt nicht nur weniger Hilfe bei den Not leidenden Menschen an, sondern das Militär braucht sich auch immer weniger Sorgen zu machen, dass seine Verbrechen von internationalen Zeugen beobachtet werden.

Bericht: John Pohl

IDPs: Refugees in Shan State, Burma

Kategorien

Burmagruppen

Hilfsorganisationen

Medien

Menschenrechtsorganisationen

Sonstiges

Archiv